Die digitale Bildungsrevolution

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Ein Schüler erhält täglich einen auf ihn persönlich zugeschnittenen Lernplan, den ein Rechenzentrum am New Yorker Broadway über Nacht erstellt. Ein Investmentbanker erklärt seiner Cousine in selbstgedrehten Videos die Mathematik und wird im Netz zum ersten Popstar der Bildungsszene. Eine Universität arbeitet mit Software, die für jeden Studierenden die optimalen Fächer ermittelt, inklusive der voraussichtlichen Abschlussnoten. Ein Konzern lässt seine Bewerber in einem virtuellen Restaurant Sushi servieren, weil das Computerspiel ihren beruflichen Erfolg vorhersagt. Das ist die digitale Zukunft des Lernens.

Unser Buch „Die digitale Bildungsrevolution“ trägt zahlreiche Beispiele aus aller Welt zusammen. In den USA, Asien und Lateinamerika haben Ralph Müller-Eiselt und ich gesehen, welch radikaler Wandel sich ankündigt, technologisch und pädagogisch und eine Idee davon bekommen, wie Internet und Big Data nicht nur das Bildungssystem, sondern auch eine Gesellschaft von Grund auf verändern. Die im Buch beschriebenen Beispiele zeigen anschaulich das Ausmaß der kommenden Revolution, wir ordnen und systematisieren diese aber auch, um so ihre Relevanz und Konsequenzen zu verdeutlichen.
Für uns ist die Digitalisierung des Lernens eine große Chance. Sie rückt den Einzelnen in den Mittelpunkt, seine Talente ebenso wie seine Probleme. Digitales Lernen kann dazu beitragen, dass jeder die Möglichkeit erhält, sein Wissen zu erweitern und seine persönlichen Talente zu entfalten. Dabei geht es nicht darum, die digitale Bildung gegen die analoge auszuspielen, sondern darum, beide Welten sinnvoll miteinander zu verbinden. Klar ist aber auch: Den großen Chancen stehen große Risiken gegenüber. Digitale Bildung birgt nicht nur Humboldts Ideal, sondern auch den Schrecken George Orwells: Es werden Unmengen an Daten erfasst und ausgewertet, Menschen zu Objekten von Algorithmen und Wahrscheinlichkeiten gemacht. Der Lerner wird gläsern und hinterlässt im Netz unauslöschliche Spuren. Gerade im Bewusstsein dieser Risiken sind wir alle gefordert, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten. Denn für die digitale Revolution gibt es auch in der Bildung keinen Stopp-Knopf.

An dieser Stelle werden wir in den nächsten Wochen und Monaten mehr über die Facetten des Lernens der Zukunft, über seine Chancen und Risiken schreiben. Wir hoffen auf Ihr Interesse und freuen uns über Feedback!

Hier erfahren Sie, wo Sie uns auf Veranstaltungen treffen können.

 

  • In der Leseprobe kommt Informatik nicht 1 x vor.
    Wenn diese Publikation keine klare Aussage zur Notwendigkeit für das #PflichtfachInformatik enthält, ist es nicht sinnvoll, sie zu lesen.

    http://ddi.uni-wuppertal.de/

    L. Humbert

  • Dank Ihnen, Herr Humberg, für den Hinweis auf die Leseprobe. In der Tat interessant, dass die Informatik – als Quelle der Antwort des WARUM und damit einer der wichtigesten Fragen überhaupt – unerwähnt zu bleiben scheint; so gesehen verbliebe digitale Bildung auf einem ersten Layer (Wisch-Konsum) und auch das dritte Kapitel – urdeutsch, angestrieben – macht Sinn: die Gefahren von Big Data. Verstehe ich die Technologie, das Konzept und System dahinter, wird es schon weniger gefährlich. All das gesagt, ich bin gespannt auf das Buch!

    Sebastian Wolf Siebzehnrübl

  • Das Buch will offensichtlich keine Reklame machen für das fragwürdige
    Unterrichtskonzept im derzeitigen Informatik-Unterricht.Es stellt ferner keine Anleitung für „guten“ Unterricht dar.
    Vielmehr geht es wohl anhand vieler realer Beispiele um übergeordnete Fragen, die den Leser zumindest nachdenklich oder inspirierend stimmen sollen. Eine Bestandsaufnahme!

    Ulrich Karrenberg

Okay