Monitor Digitale Bildung – Ausbildung im digitalen Zeitalter

Es ist vollbracht! Der erste Bericht aus unserem Projekt „Monitor Digitale Bildung“ wurde gestern veröffentlicht und ich freue mich riesig. Wir haben im vergangenen Jahr in ganz Deutschland Berufsschullehrende, Ausbilder und Ausbilderinnen, Azubis, Berufsschulleitungen und Entscheider aus dem politischen Bereich zum Thema digitales Lernen in der Ausbildung befragt. Und gestern wurden unsere Befragungsergebnisse in die Freiheit entlassen.

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Die gute Nachricht: auch in der Berufsausbildung, egal ob im Betrieb oder in der Schule, ist das Thema digitales Lernen grundsätzlich angekommen. Allerdings mit deutlich skeptischer Haltung. Das gilt zum Beispiel für viele Berufsschullehrer und Ausbilder. Viel offener sind die meisten Azubis. Die sind in der Regel interessiert und wünschen sich das auch von ihren Lehrern.

Bei den Berufsschullehrern genauso wie bei den Ausbildern teilt sich das Lager in die Befürworter und die Kritiker. Spannend ist dabei, dass die Berufsschullehrer, die digitales Lernen einsetzen, nicht automatisch zur jüngeren Generation gehören. Könnte man ja meinen, Stichwort „Digital Natives“.

Tatsächlich sieht man ein deutlich unterschiedliches Nutzungsverhalten bei denjenigen Berufsschullehrern mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung und denjenigen mit  mehr als zehn  Jahren Berufserfahrung.

Die weniger erfahrenen Kollegen setzen zwar noch etwas häufiger YouTube und andere Lehrvideos ein als ihre gestandenen Kollegen. Die gehen dafür aber insgesamt bunter ans Werk und nutzen die gesamte Bandbreite der zur Verfügung stehenden Mittel. Wikipedia, Lern-Apps, Chat-Dienste – das alles kommt zum Einsatz und auch häufiger als bei den weniger erfahrenen Kollegen.

Woher kommt das? Die neuen Kollegen müssen sich erst einmal im Schullalltag zurecht finden. Ihnen bleibt wenig Zeit, sich zusätzlich mit Extra-Themen wie dem digitalen Lernen zu befassen. Leider, denn eigentlich sollte digitales Lernen kein Extra-Thema sein. Viele Probleme des Schulalltags ließen sich mit Hilfe digitaler Mittel lösen. Wie ich immer sage: Digitalisierung ist nie Selbstzweck, sondern kann immer nur die Lösung für ein anderes, bestehendes Problem sein.

Hieran wird vor allem deutlich, dass digitales Lernen noch immer kein fest verankerter Bestandteil im Lehramtsstudium ist. Viele angehende Lehrer werden mit dem Thema nur marginal oder gar nicht konfrontiert. Sehr schade, denn so verpassen wir jede Menge Chancen. Welche das genau sind werden wir in den kommenden Tagen und Wochen immer wieder hier diskutieren – mit weiteren Ergebnissen aus unserem „Monitor“.


Quellen:

Abbildungen: eigene Darstellung



Autor

Dr. Julia Behrens Project Manager Digitalisierung der Bildung Telefon: +49 5241 / 8 18 15 44 Profil

Kommentare

  1. / von Malte

    Die Schule wird sich, genau wie die Arbeitsplätze in Unternehmen, hinsichtlich der Digitalisierung verändern. Gestandene Lehrkräfte können sich freier bewegen und daher auch entspannter an die große Bandbreiten von unterschiedlichsten Mitteln bedienen. Ein neuer, junger Lehrer kann das noch nicht. Er muss zunächst die Berufserfahrung sammeln. Ich denke das ist so wie in allen Berufen, um wirklich gut zu sein, braucht man Übung. JUnge Lehrer haben diese Übung noch nicht. New Work wird sich in allen Bereichen entwickeln, auch in der Bildung. Hier ein Link dazu http://blog.newsearch.de/new-work/

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